Eine Woche voller Mode, voller Avantgarde, neuer Ideen, wunderschöner Kreationen und hochwertiger Qualität. Das Take Festival fand vom 25. bis zum 29. April in Wien statt.

Take Festival

An mehreren Tagen habe ich euch mitgenommen (via Instagram seid ihr immer hautnah mit dabei ;)..) und  euch Eindrücke der Runwayshows und der präsentierten Kleidungsstücke gezeigt.

Das Take – Festival for Independent Fashion and Arts ist das neue Veranstaltungskonzept zur Erschließung, Vermittlung und Begegnung nationaler und internationaler kreativer Positionen an der Schnittstelle zwischen Mode, Kunst und Alltagskultur.(http://take-festival.com/about/)

Es ist immer wieder spannend zu sehen, was in der Modewelt alles möglich ist. Was sich Design-Newcomer, aber auch schon “alte Hasen” der Modewelt, Neues einfallen lassen.

So schwelgte ich einige Tage lang in Kleidern, Mustern, Materialien und konnte mich gar nicht satt sehen. Weit abseits vom täglichen Mainstream war ich ganz fasziniert von den kreativen Möglichkeiten.

Vielfalt

Es wurde dabei von Vielfalt gesprochen. Davon, Mode abseits gängiger Klischees und durchaus auch Größenvorstellungen zu designen. Meine Vorfreude war dementsprechend groß.

Gerade im Bereich der Avantgarde, der außergewöhnlichen Schnitte und Materialien, hoffte ich auf Plus Size Potenzial.

Where is the Plus?

Denn im anwesenden Publikum konnte ich “Plus Size” nicht wahrnehmen. “Wo sind sie, die dicken modeinteressierten Frauen und Männer”, dachte ich so bei mir, als ich mich im Saal umsah. Sie waren einfach nicht zu finden.

Nicht zu finden, ist nicht ganz wahr. Mit mir, waren sicher noch vier oder fünf andere dicke Frauen im Saal. Wow, das nenne ich Präsenz ;). Ich weiß nämlich, dass es sie gibt, die modeinteressierten Plus Size Frauen und Männer, die leidenschaftlich und stundenlang über Fashion sprechen können. Die nicht müde werden dafür einzutreten, dass es auch in größeren Größen mehr modische Vielfalt und bessere Qualität gibt.

Kein Plus Size am Catwalk

Vielleicht liegt es auch daran, dass auf Modeevents Vielfalt nicht im Größenbereich gilt. So habe ich wunderschöne Kleider und Mäntel, z. B. von Roee Fashion oder Anelia Peschev, gesehen. Ebenso ausgefallene und bunte Kreationen von Astrid Deigner und Ferrari Zöchling oder auch Kreatives und Schlichtes bei Jana  Wieland.

Roee Fashion

Roee Fashion

 

Roee Fashion

Roee Fashion

Ferrari Zögchling

Ferrari Zöchling

Oft ging mir: “Wow, das würde auch einige Kleidergrößen größer toll aussehen,” durch den Kopf. Gezeigt wurde es leider nicht. Die Models waren allesamt wunderschöne Frauen und Männer, kein einziges Model hätte aber auch nur annähernd in den Bereich “Plus Size” gepasst.

Ferrari Zöchling

Ferrari Zöchling

Jana Wieland

Jana Wieland

Zuviel von der Vielfalt verlangt?

Es ist doch immer wieder das alte Spiel von Angebot und Nachfrage. Bietest du Plus Size an, kommen auch die entsprechenden Kundinnen. Aber ist es wirklich so einfach? Nein, ist es nicht.

Ausgefallene Mode, auffallende Mode braucht auch mutige Trägerinnen. Wie aber mutig sein, wenn das Prädikat Plus Size einen in der Öffentlichkeit schon zum ungewöhnlichen und abnormalen Subjekt degradiert. Wie an Avantgarde denken, wenn Frau schon froh ist überhaupt etwas Passendes zum Anziehen zu finden.

Wieso sollten Designer also etwas für Plus Size anbieten, wenn sie die Nachfrage nicht  sehen?

Ohne “aufeinander zugehen” geht es nicht

Plus Size ist ja ein weiter Begriff. Von Kleidergröße 42/44 bis 56+ gibt es viel Spielraum. Ist es da zwingend notwendig auf dem Laufsteg Größe 36 zu zeigen? Wäre nicht schon eine 40/42 eine angenehme Abwechslung, die auch viel mehr der Realität der Modeträgerin entspricht?

Andererseits ist auch die Sichtbarkeit von dicken Menschen ein Thema. Wir müssen unseren Platz in der Öffentlichkeit einfordern und dafür eintreten, dass auch wir ein Recht auf Mode haben. Ein Gespür für Stil und die Leidenschaft für tolle Materialien endet nicht bei Kleidergröße 38.

Natürlich ist Akzeptanz von dicken Menschen nicht einfach “nur” Kleidung in den entsprechenden Größen anzubieten. Allerdings spielt das bei der Sichtbarkeit von Plus Size meines Erachtens nach eine Große Rolle. Wie selbstverständlich könnte Kleidergröße 50  neben einer 38 hängen. Es gibt Länder in denen dies schon Bestens funktioniert.

Gut, ein Schritt nach dem anderen. Also: liebes Team von Roee Fashion dieser weiße, lange Mantel mit den Cutouts, liebe Ferrari Zöchling, dieser blaue Kurzmantel, liebe Astrid Deigner, ihr Smiley-Pullover, liebe Jana Wieland, diese wunderbare blaue Bluse mit dem Karomuster…würde auch in einer größeren Größe gut aussehen. Ich bin mir ganz sicher, wir finden einige Plus Size Models, die dies mit Freude auch einem Publikum mit mehr Größenvielfalt präsentieren würden.

Damit ihr wisst wovon ich spreche, anbei noch einige Bildeindrücke:

Roee Fashion

Roee Fashion

Astrid Deigner

Astrid Deigner

Ferrari Zöchling

Ferrari Zöchling

Anelia Peschev

Anelia Peschev

Anelia Peschev

Anelia Peschev

Weitere Eindrücke, sowie die Lins zu den Webseiten der Designer findet ihr hier:

//curvect.com/take-festival-first-impressions/

Infos über das Take Festival

http://take-festival.com