Da war es jetzt also – das lang ersehnte freie Wochenende zum Nichtstun. Ein Wochenende nur für mich. Geplant war ein Ausflug in die steirische Thermenregion, ein wenig im Wasser planschen, ein gutes Buch lesen, ein ausgedehnter Spaziergang in der – hoffentlich sonnigen – Natur und vor allem eines: Ausschlafen.

Eines vorweg: ja, ich konnte mich gut ausschlafen, war auch einen Tag in der Therme. Aus dem Nichtstun und Lesen, ist allerdings ein kulinarisch feines Wochenende geworden. Vor lauter Genussfreuden habe ich zwar kaum eigene Fotos gemacht, möchte euch meine Eindrücke aber deswegen nichtvorenthalten.  Aber jetzt der Reihe nach.

Samstag
Gleich nachdem wir unser Zimmer im Landhaus Florian, Bad Blumau, bezogen hatten schauten wir beim örtlichen Dorfwirt vorbei, und waren von der heimeligen Atmosphäre gleich angetan. Holztäfelung, ausreichen Platz und Raum zum Nachbartisch, gemütliche Sitzbänke und eine gute Tasse Kaffee. Vom Wirt bekamen wir einige Ausflugstipps in die nähere Umgebung und starteten dann gleich Richtung Walkersorf, in der Nähe von Ilz.

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(c) Foto: Werner Krug

Warum Walkersdorf? Na weil es dort Fink´s Delikatessenmanufaktur gibt. Ein Familienbetrieb, wo Obst und Gemüse in Essig eingelegt wird, alles in Handarbeit. Eingestellt auf einen Ab-Hof-Verkauf, wurden wir von einem supermodernen, liebevoll dekorierten Shop überrascht und es ging gleich an die Verkostung von Marmeladen und Chutneys. Die Liebe zu lokalen Produkten ist zu schmecken und gerne hätten wir mehr zu Ernte, Produktion und Rezepturen erfahren. Ein Blick hinter die Kulissen ist aber nur nach Voranmeldung möglich. Ist ja zu verstehen und steht auch schon fix auf unserem Reiseplan für nächstes Jahr. Wenn ihr also in der Gegen seid, schaut doch vorbei und kostet euch durch bei Fink´s Delikatessen.

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(c) Foto: Zotter

Weiter gings durch die sanfte, hügelige Landschaft Richtung Riegersburg zur Zotter Schokoladenmanufaktur. Denn ich mag Süßes eben so gerne wie Saures. Beeindruckend, was sich in dem kleinen Ort am Fuße der Riegersburg in den letzten Jahren entwickelt hat. Wir besuchten lediglich den Shop um unsere Naschvorräte aufzufüllen und haben einen ausgedehnten Besuch des Schoko-Laden-Theaters und des essbaren Tiergartens auf unseren nächsten Besuch verschoben. Auch hier gilt, Voranmeldung notwendig, um ausgedehnt und in Ruhe Wissenswertes zu erfahren und Gutes zu schmecken.

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(c) Foto: Bernhard Bergmann

Schon bei der Anfahrt ist uns die Fromagerie zu Riegersburg aufgefallen. War nicht geplant, aber da konnten wir eben nicht vorbei. Also nichts wie rein zur Käseverkostung, wo wir bei einem guten Glas Wein aus der Region zehn verschiedene Käsesorten verkosten konnten. Bernhard Gruber, Hausherr und Käseartist, erklärte uns den Weg vom Rohling bis zum fertigen Produkt und seine Philosophie. Der Blick auf die Riegersburg rundet das Erlebnis ab.

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(C) Foto: Fromagerie zu Riegersburg

Zufrieden mit dem Tag und im Einklang mit der Welt ging dieser Tag zu Ende, für mein Buch war keine Zeit mehr. Todmüde vom Erlebten fiel ich in das komfortable Bett mit excellenter Matratze und schwups war ich eingeschlafen.

Sonntag
Ausschlafen. Was in meinem Fall bedeutet, dass es statt 7 Uhr, eine ganze Stunde später wurde. Zufrieden mit mir und der Welt, ging es nach einem ausgedehnten Frühstück und einem kleinen Spaziergang schließlich mit dem Auto Richtung Schloß Kornberg zum Adventmarkt.

Handwerklich sehr schöner Weihnachtsschmuck, Dekoideen und kunstvolle Geschenkideen waren im Schloß zu sehen. Ein wunderschönes Ambiente – vom Innenhof, über Laubengang und Gewölbedecken – versetzte mich sofort in vorweihnachtliche Stimmung. Für den Glühwein war es eindeutig zu früh, nicht aber für die ersten Weihnachtseinkäufe. Viele schöne Kleinigkeiten für Familie und Freundinnen wurden besorgt und dann ging es wieder Richtung Bad Blumau und ab in die Therme. Nachdem es ein Faulenzerwochenende war – ohne Handy und somit auch ohne Fotos, hier der Link zur Therme, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt. www.blumau.com
So schön und umfangreich wäre es mir ohnehin nicht möglich gewesen.

Beim Schreiben habe ich jetzt nochmals so richtig diese Ruhe nachempfunden, die ich an diesem Wochenende hatte. Keine großartige Planung, keine Vorsätze, einfach nur SEIN.
Das war wunderbar und ich nehme mir fest vor, öfter mal so eine kleine Auszeit zu nehmen. Nichts zu tun. Ruhe und Müssiggang zu geniessen. Mich treiben zu lassen.

Das wünsche ich nicht nur mir, sondern uns allen.