Leggings, no way! Während das eng anliegende Textil heutzutage wesentlich eleganter und schicker gestyled wird, ist es für mich doch immer noch der Albtraum meiner Teeniezeit. Heute erzähle ich euch, warum ich mich diesem wieder aufkeimenden Beinkleidtrend vehement widersetze. Von euch würde ich dabei gerne wissen – Team Leggings oder lieber doch nicht?

Leggings, die frühen Jahre

Es gibt sie in schwarz, weiß, pink, mit Punkten oder im Farbeverlauf. Ganz besonders beliebt auch in der Lederimitatversion. Leggings. Dabei ist dieser Trend nichts neues. Ich habe meine Teenagerzeit damit zugebracht Leggings zu tragen. Dazu wurden meist oversized Shirts oder auch eine Art von Minikleid getragen. Auf den Shirts waren bunte Drucke, Minniemäuse (hey, ich war 12 oder 13) oder auch Pferde. Was für ein Hippster ich doch wahr ;).

Übrigens, Farbtechnisch ganz vorne mit dabei war man natürlich mit Neonfarben. Das habe ich mich allerdings nie getraut, war ich doch dick und wollte möglichst wenige auffallen. So hat das Tragen von Leggings mir zumindest ein bisschen das Gefühl gegeben modisch mithalten zu können, dabei zu sein. Doch so richtig glücklich hat es mich nie gemacht.

Denn eigentlich wollte ich ganz andere Dinge tragen. Sommerkleider wie Kelly und Brenda aus Beverly Hills 90210, später auch gerne hippes á la Melrose Place. So zum Beispiel kurze Jeans-Shorts und ein Seidentop.

Die dicke Mädchen Uniform

Doch das gab es nicht für mich. Nicht für das dicke Mädchen. Zeitlich befinden wir uns jetzt ca. Mitte der 1990er Jahre. Während ich also beim Schauen diverser Serienformate die Outfits der Schauspielerinnen bewunderte, war die Realität eine modische Plus Size Wüste. Damals als Molly Mode bezeichnet, waren Kleider, Hosen, Röcke und Co. alles andere als stylisch.

Zumindest für mich. Ich war ein Teenager und wollte hip sein verdammt. Stattdessen griff ich zu meiner dicken Mädchen Uniform – Leggings und oversized Shirts. Was mir natürlich auch peinlich war. Denn besonders hip fühlte ich mich damit nie. Eher unförmig, unattraktiv.

Die modische Erlösung

So war ich bis etwa 1998 zwischen Leggings und meiner Meinung nach altfadrischen (langweiligen) Kleidungsstücken ausgesetzt. Trug seltsame Prints, merkwürdige Farben und hatte mich alles in allem dadurch nicht wirklich mehr lieb. Es war frustrierend.

Erst Ende der 1990er brachte tatsächlich H&M etwas Licht in meine finstere Modewelt. Nicht für Umweltfreundlichkeit und faire Arbeitsbedinungen bekannt, ich weiß. Allerdings war ich damals einfach froh, dass die Linie BiB –  Big is beautiful – meinen Hunger nach alterasangebrachter, spannenderer Mode in großen Größen stillte.

Auch da war freilich noch eine Menge Luft nach oben, was Modemut und schicke Stylings betraf. Doch nach und nach wurde es besser und ich schälte mich aus meiner Mädchenuniforum und den Leggings raus und experimentierte mit verschiedensten Looks, Materialien und Klamotten. Was für eine Befreiung!

Wer Leggings trägt hat modisch aufgegeben?

Damit war die Leggingszeit endgültig vorbei für mich. Selbst beim Sport habe ich damals Abstand von Leggings genommen und habe mich mit der Zeit dem Team Yogapants angeschlossen. Keine Leggings mehr, nie wieder. Nicht unter Kleidern, nicht mal mit der schicksten Bluse kombiniert. Bloß weg damit.

Für mich stehen Leggings noch heute für eine Zeit, in der ich keinerlei andere modische Möglichkeiten sah (außer mega große Ohrringe, die hatte ich ebenso dutzendweise). Deshalb bin ich eventuell etwas voreingenommen, was diese eng anliegenden Beinkleider betrifft ;). So ein ganz kleines bisschen…

Doch dazu sei gesagt: es gibt natürlich auch coole Styles mit Leggings. Denn was Mode betrifft gilt für mich immer die Devise:

“Du trägst, was dir gefällt!”

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Nicht die einzige modische Lösung, aber definitiv ein Style

So mag es sein, dass ich Leggings für den Rest meines irdischen Daseins meiden werden. Wobei, ich sage ja auch immer: “Sag niemals nie..” Doch Gleiches muss natürlich nicht für euch gelten. Lasst mich doch wissen, wie ihr Leggings styled. Unter Kleidern, mit Blusen, Tank Tops, was gefällt euch daran? Ich bin sehr gespannt.

Dennoch sei gesagt: sie sind nicht die einzige modische Lösung für euch. Es ist nicht die einzige Möglichkeit des Stylings. Ihr sollt, dürft genau so alles ausprobieren was euch Spaß macht. Ihr traut euch nicht Kleider zu tragen? Probiert es aus! Es gibt so viele tolle Shops, Boutiquen, offline und vor allem auch online, die tolle Plus Size Kleider anbieten.

Ob Marlenehosen, Röcke oder auch  skinny Jeans. Overalls oder Tanktops. Nichts soll euch davon abhalten euch modisch auszuprobieren. Plus Size Mode ist heute in einer ziemlichen Vielfalt zu finden. Ja, da ist noch Luft nach oben. Eh klar ;).Es gibt heute viel mehr Möglichkeiten sich stylisch auszuprobieren, habt ganz viel Spaß dabei!

 

 

 

 

Titelbild:

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© Simon Mannweiler / Wikimedia Commons