Wienerin Covermodel 2021 – ein Wettbewerb und ich bin dabei. Doch warum mache ich das eigentlich? Habe ich doch bis dato immer einen kritisch distanzierten Blick auf solche Wettbewerbe geworfen. Was also hat sich geändert? Hier und heute eine kurze Erklärung.

Wienerin Covermodel 2021

In den vergangenen Jahren haben immer wieder liebe Freundinnen bei der Covermodelwahl mitgemacht. Ob Veronika oder auch Anna. Dabei habe ich angefeuert, gevoted, jedoch immer aus dem Beobachterposten. Denn für mich war klar: ich werde nicht mitmachen. Einerseits stressen mich solche Wettbewerbe immer, voted jemand für einen, passt das alles der Jury. Dieser Art der Bewertung will ich mich eigentlich nicht aussetzen. Gerade, wenn dein Äußeres, dein dicker Körper, ohnehin heftiger Kritik unterworfen ist, ist das nur zusätzlicher Druck.

Andererseits ist mir der Sinn von Schönheits- bzw. Beliebtheitswettbewerben nie wirklich klar geworden. So halte ich sie eher für toxisch als für hilfreich. Warum mache ich dann dieses Mal überhaupt mit?

Meine Entscheidung

Einerseits ist die Covermodelwahl kein Beautycontest, es geht um die Message die wir nach außen tragen, die uns wichtig ist. Andererseits habe ich vor einigen Jahren ein Gespräch mit einer Chefredakteurin geführt die mir freundlich aber doch deutlich klar gemacht hat, dass eines nie passieren wird: Jemand mit meiner Körpergröße, meinem dicken Körper,  wird nie auf einem Cover eines österreichischen Magazins / einer Zeitung landen.

Diese Aussage war deutlich und klar. Dabei nicht unhöflich ausgesprochen, sondern nüchtern und freundlich. Eine unumstössliche Tatsache also. Tatsächlich? Ist das so? Wird das nie möglich sein? Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass das durchaus einen wunden Punkt getroffen hat. Nicht nur, dass ich mich geärgert habe, es hat auch meinen Ehrgeiz geweckt. Denn schon immer war mir ein “es kann nicht sein, was nicht sein darf” ein Dorn im Auge.

Denn wer legt diese Regeln fest? Wieso sollen sie unumstößlich sein? Eben! Ehrlich gesagt, dieses Jahr mitzumachen war dann eine spontane Entscheidung. Nennen wir es Bauchgefühl. So habe ich mich hingesetzt und einfach einmal drauf los geschrieben. Auf gut Glück. Da stehen wir nun. Unter den 30 ausgewählten Teilnehmerinnen bin ich schon mal, jetzt geht es ums ins Finale gevoted werden.

Eure Unterstützung

Das ist der Punkt, an dem ich eure Unterstützung benötige. Ohne euch schaffe ich das nicht. Mich haben in den letzten Tagen schon viele liebe Nachrichten erreicht von Menschen, die für mich abgestimmt haben. Einige machen das sogar jeden Tag einmal (ist erlaubt), gell Edita ;). Danke dafür! Vielen Dank! Es wäre toll, wenn ihr den Votinglink teilen würdet, wenn ihr weiter voten würdet.

Auch wenn sich nichts daran geändert hat und jemand wie ich nicht aufs Cover kommt, nicht Wienerin Corvermodel 2021 wird (weil man AnzeigenkundInnen nicht verlieren möchte, die Gesundheitsdebatte und heftige Kritik fürchtet), so würde ich dennoch meine Botschaft gerne etwas weiter verbreiten. Zumindest der Jury möchte ich noch gegenüber treten und allen ins Gesicht schauen können ;).

Danke für eure Unterstützung!

https://wienerin.at/gib-jetzt-deine-stimme-ab-wer-wird-das-wienerin-covermodel-2021#slide–216634-25

Damit ihr wisst, wie meine Botschaft genau lautet hier noch einmal meine genauen Worte:

Meine Bewerbung

Mein Körper polarisiert. Ein Körper wie meiner am Cover ist ein Statement. Für ein Magazin ev. sogar ein gewagtes. Doch es ist Zeit…

Weil kein kleines Mädchen mehr weinend von der Schule nach Hause laufen sollte, weil man es zuvor als fette Kuh beschimpft hat. Weil kein junger Mensch seinen dicken Körper hassen sollte. Weil kein erwachsener Mensch aufgrund des eigenen Körpers mehr öffentlich gedemütigt werden sollte. Weil wir dicken Menschen uns nicht schämen sollten, weil wir uns nicht hassen & verstecken sollten, weil mehr Toleranz und mehr Akzeptanz so wichtig sind und wir öffentlich so viel mehr über die Diskriminierung mehrgewichtiger Menschen sprechen müssen.

Ein dickes Covermodel würde diese notwendige Diskussion vielleicht anstoßen. Deshalb möchte ich beim Covermodel Wettbewerb mitmachen, deshalb würde ich gerne Covermodel werden. Jetzt weiß ich natürlich, dass ich am Cover nicht alles ändern werde, doch es wäre ein erster Schritt, ein Zeichen gegen Diskriminierung, gegen Hass, gegen Beleidigung, gegen Ausgrenzung.

 

Titelbild: Ursula Schmitz Photography