Designerin, Künstlerin, Bodypositivity-Aktivistin – Curvect stellt vor: Samantha Schloss.

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Als ich Samantha das erste Mal gesehen habe, sind mir drei Dinge aufgefallen: ihre bunten Haarsträhnen, ihr enganliegendes grün-schwarzes Kleid und auch diese umwerfenden pinken Peep-Toes. Hinter dem auffälligen Äußeren der wunderbaren Italienerin stecken Jahre des Selbstzweifels, der Esstörungen und mangelender Selbstliebe.

All diese Jahre haben Samantha aber auch stark gemacht: sie ist der Bodypositivity-Bewegung beigetreten und setzt sich seitdem für mehr Körperakzeptanz und Körperliebe ein, hält Vorträge, organisiert Events und designt farbenfrohe, sexy Kleider.

Ihr Statement ist eindeutig:

“We are addicted and dramatically surrounded by images of bodies changed and unreal: sanded, planed, inflated, photoshopped, made up and distorted. We do not recognize no longer, and reject our own body and other’s real physicality. This often leads to various behavioral problems as well as the most common, subtle and unrecognized phenomenon of ‘fat discrimination, a theme that recurs in my current job as a bodypositivity activist, model, stylist and so on… made to raise awareness on the topic.”

Übersetzt:

“Wir sind süchtig nach und umgeben von veränderten und unrealistischen Körpern: geschliffen, aufgeblasen, gephotoshopped, geschminkt, aufgezputzt, verzerrt. Wir (er)kennen unseren eigenen Körper nicht mehr und lehnen ihn ab, ebenso wie die physischen Erscheinungen anderer. Dies führt oft zu vielfältigen Verhaltensproblemen sowie zu dem verbreiteten, subtilen und unerkannten Problem der “Fett-Diskriminierung”, ein Thema, das in meiner aktuellen Arbeit als Bodypositivity-Aktivistin, Modell und Stylistin immer wieder vorkommt um Aufmerksamkeit darauf zu ziehen.”

(c) Samantha Schloss

(c) Samantha Schloss

Eine ihrer aktuellen Arbeiten lädt zunächst zum Schmunzeln aber doch auch zum Nachdenken über Körperbilder und öffentliche Wahrnehmung ein: Samantha benützt dabei die Bildsprache und Muster der Fashionfotografie. Die sexy Frau am Pool, im Bikini oder Badeanzug, der die Männer zu Füßen liegen. Die Personen auf den Bildern entsprechen aber eher der Realität als dem von Modefotografien und Medien oftmals gezeigten Bild. Ganz bewusst setzt Samantha Schloss dabei auf diese, wie sie es nennt, “Schockwirkung” um den ZuseherInnen diese Diskrepanz vor Augen zu führen.

Die so entstandene Foto-Trilogie nennt sich “Samantha Schloss e I Curvy Boys” (Samantha Schloss und die kurvigen Jungs). Bikinis und Badeanzüge wurden dabei von Samantha selbst designt.

(c) Samantha Schloss / Fotograf: Silvia Cascio

(c) Samantha Schloss / Fotograf: Silvia Cascio

(c) Samantha Schloss / Fotografin: Silvia Cascio

(c) Samantha Schloss / Fotografin: Silvia Cascio

Die Künstlerin und Designerin achtet dabei sehr genau darauf, dass keine Retusche eingesetzt wird. Einzig das Licht / die Beleuchtung dient zur Gestaltung der Bilder.

Samantha sieht ihre Liebe zum Design auch als Teil ihres Beitrags zur Bodypositvity-Bewegung. Sie will dazu beitragen, dass Frauen sich auch in sexy Kleidern wohlfühlen und ihre Körper lieben lernen. Es ist ihr vor allem ein Anliegen in Italien, ihrem Heimatland,für mehr Akzeptanz für Plus Size-Frauen und Männer und eine Vielfalt an Körperbildern zu kämpfen.

(c) Samantha Schloss

(c) Samantha Schloss

Wer jetzt neugierig geworden ist und einen genaueren Blick auf Samanthas Kreationen werfen möchte, sie verkauft ihre Kleider online:

https://www.facebook.com/SamanthaSchlossDiva

http://www.samanthaschloss.me/